Wut und Trauer zu Widerstand – im Gedenken an Clément Méric und all die anderen

Gedenkkundgebung:

12.06.2013 | 15Uhr | Französische Botschaft
Pariser Platz; S+U Brandenburger Tor

 

In Paris, nahe des Bahnhofs Saint Lazare, wurde am frühen Abend des 5. Juni der Antifaschist Clément Méric von mehreren Nazis angegriffen und umgebracht. Er verließ gerade in einer kleineren Gruppe ein Geschäft, als eine Gruppe Skinheads sie gezielt attackierte. Ein Faustschlag, vermutlich verstärkt durch einen Schlagring, traf Clément so heftig, dass er nach hinten kippte und mit dem Kopf auf einen Poller aufschlug. Einige Stunden später ist er im Krankenhaus an diesen Verletzungen gestorben.

Fünf Angeklagte sind bisher von der Polizei gefasst worden, darunter der vermeintliche Haupttäter. Der Vorwurf lautet Mord.
In der Presse gab es Bekenntnisse des Entsetzens über die Grausamkeit der Tat, von Politiker_innen aller Couleur bis hinein in die rechtskonservative UMP. Es wurde die Aufklärung des Falls gefordert. Zehntausende gingen jedoch in den folgenden Tagen in größeren Städten Frankreichs auf die Straße, um ihre Solidarität mit Clément als anarchistischen Antifaschisten in teils ergreifender Weise zu äußern, denn es geht um mehr als diesen einen Fall. Schuld ist nicht nur der Hauptangeklagte, schuld ist die Politik, die solche Taten ermöglicht, schuld ist eine Gesellschaft, in der Hunderttausende gegen Homosexualität demonstrieren und die Teile der Bevölkerung rassistischer Gewalt aussetzt. Der Mord an Clément ist nur ein Beispiel für Gewalt gegen Menschen, die von der Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert werden und durch Polizei, Staat und wütende Bürger_innen verfolgt, diskriminiert, angegriffen und umgebracht werden, jeden Tag.
Wir wollen daher an Clément gedenken, dessen Leben und Kämpfen durch brutale Gewalt plötzlich beendet wurde. Unsere Solidarität gilt seinen Nächsten und denen, die gemeinsam mit ihm für eine befreite Gesellschaft kämpfen.

Wir wollen all derer gedenken, die vor den Mauern der Festung Europa gestorben sind, all der Opfer rassistischer und ausgrenzender Gewalt, die keine große Aufmerksamkeit bekommen. Kein Vergeben, kein Vergessen. Erinnern heißt kämpfen!

Bringt Blumen mit, bringt Wut mit, zeigt Solidarität mit den Verfolgten und Diskriminierten!

Clément – à jamais un des nôtres!

Gedenkkundgebung:
Mittwoch, 12. Juni ab 15 Uhr vor der Französischen Botschaft am Brandenburger Tor, Pariser Platz, S-Bahnhof Brandenburger Tor

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