Antifa-Café im November

Fußball zwischen Macht, Herrschaft und Diskriminierung
Vortrag und Diskussion mit Gerd Dembowski*

Diskriminierungen sind sozial konstruierte Techniken zur Etablierung und Modernisierung von gesellschaftlichen Machtfeldern und ihren Akteur_innen. Im Fußball erscheinen sie wie unter einem Brennglas. Im Fußball offenbaren sich Konstellationen von ‚Wir‘ und ‚Die Anderen‘ offensichtlich feindselig und abwertend, zumindest symbolisch. Hier wird Herrschaft eingeübt und sich ihrer rückversichert. Andererseits kann

Fußball in günstigen Fällen ein förderliches Feld sozialer Inklusion und Antidiskriminierung bedeuten.
Darüber hinaus liefert der Fußball ein historisch gewachsenes Ventil, in dem der kleine Hass des Alltags abgelassen werden. Im Fußball wird immer wieder die Hoffnung von Fans nach einer Kompensation des Alltags, nach einer Ersatzfreiheit enttäuscht. Die Veranstaltung versucht zu umkreisen, wie Fußball des Weiteren als Kitt und Stabilisationsfaktor einer Gesellschaft funktioniert.
Um das zu verstehen, beschäftigt sich der Vortrag mit diesem vielfältigen Feld der Ambivalenzen. Einerseits sollen notwendige Faktoren zur positiven Ausdeutung des sozialen Feldes Fußball benannt werden. Andererseits sollen z.B. die Ausprägungen von hegemonialer Männlichkeit, sozialdarwinistischem Überlegenheitsdenken und Autoritarismus als Bodensatz für Abwertung und Diskriminierung nachvollzogen werden.

Donnerstag | 22.11.2012 | 20h | Bunte Kuh (Bernkastelerstr. 78) 


Anschließend politische Musik und kühle Getränke am Tresen. 

Organisiert von: Antifaschistische Initiative Nord-Ost (AINO).

 

*Gerd Dembowski (40) lebt in Berlin und Hannover, ist seit 19 Jahren als Sozialwissenschaftler mit Bildungs-, Sozialarbeits- und Forschungsprojekten im internationalen Fußballumfeld unterwegs. Hierzu gehört nicht nur seine ehem. Sprecherschaft für das Bündnis Aktiver Fußballfans und Football Against Racism in Europe, sondern auch seine ehem. Mitarbeit in einer DFB-Task Force gegen Diskriminierung. Derzeit arbeitet er in der Kompetenzgruppe Fankulturen & Sport bezogene Soziale Arbeit am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover u.a. an einem Konfliktschlichtungsprozess im Vereins- und Fanumfeld des 1. FC Köln.

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