Erinnerung an Ursula Goetze

Gedenktafel für Ursula Goetze in der Hornstr. 3 (Kreuzberg)

Gedenktafel für Ursula Goetze in der Hornstr. 3 (Kreuzberg)

Um an die Antifaschistin Ursula Goetze zu erinern haben wir am 05.August 2011, ihrem 68.Todestag, ca. 1000Flyer folgenden Inhalts in der Umgebung der Ursula Goetze Str. in Berlin Karlshorst gesteckt.

 

Die Antifaschistin Ursula Goetze wurde am 29.März 1916 in Berlin geboren. Sie trat bereits im Alter von 15 Jahren dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland bei und wirkte bei mehreren Aktionen gegen die Nazis mit. Kurz nach der Machtergeifung Adolf Hitlers war sie für einige Zeit inhaftiert, ließ sich davon jedoch nicht abschrecken und arbeitete nahezu 10 Jahre im Untergrund.

In dieser Zeit unterstützte sie verfolgte Bürger_Innen, Zwangsarbeiter_Innen und Familien inhaftierter Nazigegner_Innen. Ihre Auslandsreisen nutzte Ursula Goetze um verbotene Literatur nach Deutschland einzuschleusen. Zudem baute sie in ihrer Wohnung eine Oppositionsgruppe mit französischen Fremdarbeitern auf. Der Gestapo blieben ihre Aktivitäten und Kontakt im kommunistischen Untergrund unbekannt.
Mit beginn ihrer Studiums 1940 fand sie schnell Kontakt zur Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“, die sich vorwiegend in Berlin-Lichtenberg betätigte.
Ursula Goetze startete mit ihren Freund_Innen eine Protestaktion gegen die faschistische Propagandaausstellung „Das Sowietparadies“. Sie verteilte dabei hunderte von Aufklebern mit der Aufschrift „Das Nazi-Paradies – Hunger, Lüge, Gestapo. Wie lange noch?“.
Aufgrund dieser Aktion und der Weitergabe von Flugblättern wurde sie am 18.Januar 1942 zum Tode verurteilt. Da sie in der Haft starke Schuldgefühle gegenüber ihrem Freund Werner Kraus, der zweifel an der Aktion hatte, entwickelte, nahm sie alle Schuld auf sich.
Am 5. August wurde das Todesurteil in Plötzensee durch Enthauptung mit dem Fallbeil an ihr und 14anderen Antifaschist_innen, die ebenfalls an der Protestaktion beteiligt waren, vollstreckt. Anschließend wurde ihr Leichnam verbrannt und ihre Asche anonym verscharrt.
Zum Gedenken an die Antifaschistin Ursula Goetze gibt es neben der Ursula Goetze Straße in Berlin-Karlshost auch einen Gedenkstein auf dem Hof der Humboldt Universität Berlin, sowie eine Gedenktafel an ihrem letzten Wohnsitz, der Kreuzberger Hornstraße 3.
Die Umbennnung der Quedlinburger „Ursula Goetze – Grundschule“ (in „Neustädter Grundschule“) 1992 ist ein deutliches Beispiel für die revisionistische Umbennungspolitik nach 1990 in der BRD, die zahlreiche Antifaschist_Innen ins vergessen drängen soll.

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